Ich bin ein Widerspruch in sich selbst und das ist gut so!

Veröffentlicht am Keine Kommentare zu Ich bin ein Widerspruch in sich selbst und das ist gut so!

Schon immer fühlt es sich so an, als würden zwei Seelen in meiner Brust schlagen.
Ich liebe den Trouble und Austausch – und brauche doch die Stille.
Ich liebe meine Freiheit – und wünsche mir dennoch tiefe Verbindung.

Ich liebe Abenteuer und brauche doch Sicherheit.
Ich will Tiefe – und trotzdem darf es leicht sein.

Früher hat mich das verunsichert.
Ich dachte, ich müsse mich entscheiden. Mich für irgendwas, eine Seite entscheiden.
So sein, dass ich mich irgendwo „einordnen“ kann.
Doch ich habe aufgehört, mir selbst den Mund zu verbieten.
Denn ich bin nicht hier, um in irgendeine Schublade zu passen. Auch weil jede erlebte Erfahrung Dich verändert. Du bist nicht mehr der selbe nach einem bestimmtem Erlebnis. Nun kannst Du auch die andere Seite verstehen. Zumindest geht es mir so oft. Ich sehe die eine und kann aber auch die andere Seite verstehen. So ist das halt auch meistens.

Und genau das spiegele ich wider. Ich bin sowohl als auch.
Und genau das macht mich lebendig.

Sowohl als auch – warum ich kein Entweder-Oder-Mensch bin

Früher habe ich mich selbst so oft unter Stress gesetzt. Ab Montag esse ich nur noch gesund. Und dann ist mir das nach ein paar Tagen so aus den Ohren herausgekommen und spätestens am Wochenende bin ich meinen Gelüsten wieder verfallen – Hauptsächlich auch weil ich ohne Vorbereitung in die neue Woche gestartet bin. Keinen Kaffee mehr, nur noch Wasser und Tee. Nun ist es meist keinen Kaffee vor dem Frühstück doch ab und zu darf man selbst das, bewusst genießen. Kein Fleisch mehr, nur noch vegan, am besten nur wenig Kohlenhydrate und glutenfrei 🙂 Wenn ich mich zu etwas entscheide, aus schlechtem Gewissen und mir dann Regeln aufstelle, die ich nur selten einhalten kann… macht das alles auch keinen Spaß mehr. Essen ist für mich weit mehr als bloße Nahrungsaufnahme – es ist Genuss, Energiequelle und Teil meines Alltagsrituals und Leben.

Ich bin traditionell – auf meine Weise.
Ich glaube an die Kraft von Familie, an nahrhaftes Essen aus einfachen Zutaten, an den Wert eines Versprechens.
Für mich bedeutet Tradition nicht Stillstand, sondern Wurzeln und Werte haben.
Ich trinke meinen Kaffee lieber aus einer Tasse als aus einem To-Go-Mehrweg Becher.
Ich glaube daran, dass es wertvoll ist, jemanden persönlich kennenzulernen – statt nur seine Storys auf Social Media zu verfolgen.
Ich finde, ein Hallo im Aufzug nicht altmodisch sondern menschlich.

Ich glaube an Höflichkeit.
Dass man aufsteht, wenn eine ältere Person oder eine Schwangere im Bus stehen.
Dass man wartet, bis andere ausgestiegen sind, bevor man einsteigt.
Wenn das altmodisch ist – meinetwegen. Ich mag das so.

Ich esse gerne und meistens auch gesund. Clean Eating, frische Zutaten, Achtsamkeit beim Einkauf und bei der Zubereitung.
Und manchmal esse ich eben auch Dinge, die nicht „clean“ sind – einfach, weil sie mir in dem Moment gut tun. Soulfood eben.

Ich bin (k)ein Freund von Extremen


Ich bin kein „entweder/oder“-Mensch.
Ich bin beides – und noch so viel mehr.

Ich bin in zwei Kulturen reingeboren – deutsch und serbisch (eigentlich jugoslawisch, wie ich es innerlich immer noch empfinde).
Und auch das ist: ein Sowohl-als-auch.
Ich liebe meine Freiheit, gerade als alleinerziehende Mutter.
Ich genieße es, selbst entscheiden zu können. Und bin gleichzeitig dankbar für das, was mich geprägt hat.

Ich habe einen Job, der mich unterhält, der mich gut leben lässt.
Und dennoch merke ich: Den ganzen Tag nur am Schreibtisch zu sitzen, lähmt meine Kreativität.
Ich brauche Bewegung. Ich brauche Austausch. Ich brauche lebendige Ideen, die beim Gehen entstehen – nicht beim Tippen im Office. Doch manchmal entstehen sie sogar dort .-)

Und trotzdem bin ich dankbar. Für die Kollegen, mit denen ich mich austauschen kann.
Für das Leben, dass mich zu der gemacht hat, die ich heute bin. Für die Erkenntnis, dass ich wachsen darf, sogar muss – auch wenn das manchmal unbequem ist.

Ich bin der tiefen Überzeugungen, wir alle brauchen einen Sinn im Leben.
Etwas, wofür es sich morgens lohnt aufzustehen.
Etwas, das uns nährt – nicht nur finanziell, sondern innerlich.
Vielleicht ist der klassische 9-to-5 für manche genau das.
Für viele von uns aber nicht (mehr).

Wir sind multidimensional. Wir sind vielschichtig.
Und manchmal passt das nicht so einfach in eine Jobbeschreibung.
Ich habe selbst nicht immer die besten Entscheidungen getroffen.
Aber ich glaube, wir tragen alle eine Wahrheit in uns – eine Sehnsucht, einen Traum, einen Wert, der durch uns in die Welt will.

Wann haben wir begonnen, uns zu unterdrücken und unsere Träume zu verstecken?
Wann dachten wir, es wäre sicherer, sie nicht zu verfolgen?

Mich hat dieser Wunsch nie losgelassen.
Ich wollte immer raus – in die große weite Welt.
Und kam doch nie weiter als Frankfurt. 🙂
Zum Glück ist Frankfurt international genug, um bleiben zu können. Zumindest vorerst.

Und doch ruft es weiter in mir.
Etwas in mir will sich ausbreiten, leben, atmen, schreibe, erleben.
Deshalb habe ich mit dem Bloggen angefangen.
Weil ich glaube, dass es Menschen da draußen gibt, die sich ähnlich fühlen.
Oder ganz anders – aber offen genug sind, um sich auf eine Unterhaltung einzulassen.
I love a good discussion!

Ich bin beides. Ich bin alles.


Ich funktioniere. Ich zahle meine Rechnungen. Ich bin zuverlässig.
Aber ich bin nicht nur „es geht schon“.
Ich bin lebendig. Und ich will mehr. Für mich. Für meine Seele. Dafür sind wir doch alle tierhergekommen – um uns mitzuteilen und um die Zeit gemeinsam zu geniessen. Manchmal auch alleine. Beides zu seiner Zeit.

Ich wünsche mir, dass wir als Frauen nicht nur stark sein müssen,
sondern auch weich sein dürfen. Das wir die Schulter zum Anlehnen finden, die wir suchen und selbst etwas zu geben haben, dass andere bei uns finden.
Dass wir Hilfe annehmen dürfen,
ohne uns dafür zu rechtfertigen oder schwach zu fühlen.

Ich glaube, wir dürfen wieder mehr wir selbst sein –
mit all unseren Widersprüchen, Sehnsüchten und Eigenheiten.

Ich bin kein Entweder-Oder.
Ich bin Sowohl-als-Auch.
Und ich glaube, Du vielleicht auch 🩷.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert